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    Die späte Lust auf Nachwuchs

    Lange Zeit wurden die "Sugardaddies", die späten Väter, und ihre blutjungen Frauen belächelt - Jetzt sind sie auf dem Vormarsch.

    Vor ein paar Tagen beim Hamburger Edel-Italiener "Paolino": Ex-Modern-Talking-Sänger Dieter Bohlen hat für 13 Uhr einen Tisch mit Blick auf die Außenalster reserviert. Der 51-jährige Blondschopf ist pünktlich zur Stelle, rückt seiner langjährigen Freundin Estefania den Stuhl zurecht, streichelt ihr leicht über Schulter und Haar. Die 25-jährige Tänzerin ist schwanger. Das Paar studiert ausführlich die Speisekarte, entscheidet sich für Pasta Gorgonzola und Spagetti Bolognese, einen frischen Salat und eine große Flasche Wasser. Nach der Mahlzeit mahnt der umtriebige Musikproduzent zur Eile. Er hilft seiner attraktiven Lebensgefährtin in den Mantel, sie strahlt, und weg sind die beiden.

    Dieter Bohlen, seit vielen Jahren Schlagzeilenlieferant der Boulevardpresse, wird noch einmal Vater. Für seine 26 Jahre jüngere Freundin Estefania Küster, genannt "Puschi", ist es das erste Kind. Der "Macho aus Tötensen" ("Bild"), bereits dreifacher Vater, zählt die Tage bis zur Geburt im September.

    Kein Einzelfall! Eine im März veröffentlichte Erhebung des Statistischen Bundesamtes ergibt, dass in Deutschland sechs Prozent aller Neugeborenen einen Erzeuger haben, der älter als fünfzig Jahre ist. Und eine Anfang des Jahres durchgeführte Gewis- Umfrage stellt fest, dass 72 Prozent der Bundesbürger kein Problem damit haben, wenn ein über 50 Jahre alter Vater mit dem Kinderwagen durch den Park läuft.

    Sugardaddies sind keine exotischen Einzelfälle mehr: Rock-Sänger Peter Maffay, 55, in vierter Ehe verheiratet mit der 25 Jahre jüngeren Tania Spengler, über seinen zweijährigen Sohn Yares: "Ich bin ein völlig neuer Mensch geworden. Wenn mein kleiner Filius durch die Wohnung krabbelt, vergesse ich die Welt um mich herum."

    Ähnlich vernarrt ist auch TV-Beau Sky Du Mont, 57, in seinen Nachwuchs. Der Schauspieler und Buchautor, in vierter Ehe verheiratet mit dem 29 Jahre jüngeren Fotomodel Mirja, wurde vor drei Jahren noch einmal Vater. Für Juni ist erneut Babygeschrei angesagt: "Unsere Tochter Tara ist der absolute Mittelpunkt unseres Lebens. Wir lieben Kinder über alles und hätten gern noch einen Sohn."

    Immer mehr Männer im fortgeschrittenen Alter werden plötzlich wieder jung, erleben ihren dritten Frühling. "Sie schlagen noch einmal ein Lebenskapitel auf, von dem sie sich eigentlich schon verabschiedet hatten", erklärt die Hamburger Diplompsychologin Sybille Weber: "Sie stellen sich einer neuen Aufgabe, und das gibt ihnen einen unglaublichen Kick. Kinder bringen ein Stück Jugend zurück."

    Ganz anders sieht der Hamburger Psychoanalytiker Hans Naumann den "Späte Väter"-Boom: "Ich glaube, die graumelierten Herren legen eine Menge Egoismus an den Tag. Sie wollen noch einmal im Mittelpunkt stehen, den Augenblick genießen und handeln in vielen Fällen nach dem Motto: Nach mir die Sintflut."

    Trotzdem: In einer Zeit, in der sich soziale Verankerungen auflösen, genormte Biografien durch individuelle Lebensgestaltungen abgelöst werden, gibt es wieder Platz für neue Formen des familiären Zusammenlebens.

    Die Zahl der "Oldtimer", die ihre Midlife-Crisis durch Vaterglück ersetzen, steigt. Zu dieser Spezies gehören Konstantin Wecker, Gregor Gysi, Oskar Lafontaine, Jean Paul Belmondo, Michael Douglas, Franz Beckenbauer, Peter Glotz, Luciano Pavarotti, Roberto Blanco, Peter Boenisch und Michel Friedman - nur um einige zu nennen. Sie alle kennen sich aus mit Babygeschrei. Jüngstes Beispiel: Jack White, 64. Seine 28 Jahre jüngere Ehefrau Janine erwartet noch einmal Nachwuchs. Der Berliner Musikproduzent: "Ein schöneres Geburtstagsgeschenk zu meinem 65. im September kann es für mich gar nicht geben."

    Und auch Dieter Bohlen kauft schon Kinder-Spielzeug: "Jetzt im reifen Alter genieße ich das Vaterwerden viel intensiver. Die Zeiten, in denen ich nachts gern mal um die Häuser gezogen bin, haben sich wohl endgültig erledigt."

    Quelle: freiepresse.de, (c) 4/2005, Eckard Presler, Originalversion