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    "Du darfst erst reingehen, wenn Du meinen Vornamen gesagt hast!" - Eine Liebesgeschichte ...

    die im letzten Jahrhundert in Deutschland spielt, in den zwanziger Jahren.

    Ein Mädchen, 17 Jahre jung, darf am Sonntag mit ihrer Freundin spazieren und dann noch etwas trinken gehen.

    Das aufgesuchte Lokal ist gut gefüllt, es wird geredet und gelacht.

    Das Mädchen zieht die Blicke auf sich, denn sie ist hübsch mit ihren dunkelbraunen Augen und dem modischen Kurzhaarschnitt, damals der letzte Schrei.

    Ein Mann beobachtet sie, aber sie merkt es nicht.

    Der Mann ist schon 30 Jahre alt, wohnt noch zu Hause bei seinen Eltern und seinen vier unverheirateten Schwestern. Er ist ein stiller Typ. seine blauen Augen blicken ernst durch ein Brille, das blonde Haar ist akkurat gescheitelt. Er ist sehr belesen und geht ganz in seinem Beruf als Volksschullehrer auf.

    Und nun sieht er dieses quirlige Mädchen. Sie redet und redet, sie gestikuliert... sie ist ja so anders als er. Und sie ist viel zu jung für ihn.

    Aber er muss sie kennenlernen. So eine hat er noch nie gesehen.

    Also gibt er ihr ein Getränk aus. Das geht, und so kommen sie ins Gespräch. Das heißt, sie redet und redet, und er hört geduldig zu.

    Irgendwann dämmert es. Die Freundin des Mädchens muss gehen. Der Mann sagt: "Ich bringe Dich schon sicher nach Hause, Du kannst noch etwas bleiben...". Gesagt, getan. Sie unterhalten sich weiter und er kommt auch mal zu Wort. Das Mädchen ist ganz angetan von seiner ruhigen Art, von seiner Bildung, von seinem ernsten Blick.

    Schließlich bringt er sie nach Hause. Vor ihrer Haustür angekommen, hält er ihre Hand fest und sagt: "Du darfst erst reingehen, wenn Du meinen Vornamen gesagt hast!"

    Das ist dem Mädchen etwas unheimlich, aber sie macht es. Dann ist sie zu Hause. Die Eltern sind ungehalten. So spät zurück? Wer war das, der sie nach Hause begleitet hat? WIE alt ist er? Soooo alt? Das gefällt den Eltern gar nicht.

    Das Mädel, immer folgsam, wird ungehalten. Zum ersten Mal in ihrem Leben haut sie auf den Tisch und sagt trotzig: "Ihr werdet sehen, er heiratet mich!"

    Nun folgt eine Zeit des Wiedersehens, Spaziergänge und viele, wenn auch zum Teil einseitige Gespräche. Mehr nicht, denn wir befinden uns im vorigen Jahrhundert.

    Irgendwann wird auch dem Letzten klar: das ist Liebe, und wenn der Altersunterschied noch so groß ist.

    Die Eltern des Mädchens sind machtlos. Gut, wenn das eine Zukunft haben soll, muss sie aber vorher lernen, wie man einen Haushalt führt. Also kommt das Mädchen in ein Pensionat.

    Sie hat keinen Kontakt mit ihrem Liebsten, denn Männer sind dort streng verboten. Nicht einmal schreiben darf er ihr.

    Aber er ist ja nicht auf den Kopf gefallen, er schreibt ihr doch und wählt als Pseudonym "Maria". Niemand schöpft Verdacht, obwohl alle Briefe vor der Aushändigung gelesen werden. Die Briefe werden das Salz ihres Lebens.

    Auch seine Familie hat den Widerstand gegen so ein junges Ding aufgegeben. Die vier unverheirateten Schwestern beäugen ihre zukünftige Schwägerin zwar misstrauisch, sind aber auch machtlos gegen die Gefühle ihres Bruders.

    Und dann läuten endlich die Hochzeitsglocken.... wie ein Traum. Aber nun ist er wahr.

    Nach einigen glücklichen Ehejahren bricht der zweite Weltkrieg aus und er muss fort. Am Abend vor seinem Weggang sitzen sie auf ihrer Bank im Garten. Ihre drei kleinen Kinder schlafen. Er nimmt wieder ihre Hand und sagt: "Du bist noch so jung, erst 29, und hast die drei Kinder. Wenn mir etwas passiert..." Sie unterbricht ihn: "Nein, ich werde nicht noch einmal heiraten. Ich habe DICH geheiratet und dabei bleibt es."

    Bis auf kurze Heimaturlaube sind sie wieder für lange Zeit getrennt. Wieder sind Briefe die einzige Kontaktmöglichkeit, er beschreibt seinen gesamten Feldzug und legt seine ganze Sehnsucht und Liebe in diese Briefe. Das gibt ihr Kraft zum Durchhalten.

    Sie überstehen auch diese Zeit und endlich sehen sich wieder und dürfen ihr gemeinsames Leben fortsetzen....

    aber nur noch zwanzig Jahre.

    ........

    Liebe Oma, lieber Opa, das ist EURE Geschichte, und ich bin froh, dass Oma mir mal alles erzählt hat.

    Wie gut, dass Ihr Euch nicht habt beirren lassen, denn sonst gäbe es mich ja auch nicht!!!!

    Ihr ward 35 Jahre verheiratet. Leider starb Opa zu früh, Oma war erst 55 Jahre alt.

    Sie überlebte ihn um 33 Jahre. Kurz vor ihrem Tod sagte sie:" Opa hat mich besucht und ganz lange an meinem Bett gesessen."

    Sie hat nie wieder geheiratet und immer gesagt, im Himmel sieht sie ihn wieder....

    So muss Liebe sein.

    Quelle: RP Online - Opinio, (c) 06.03.2007, Autor: "Zwillinge", Originalversion