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    Bedürfnisse Ansprechen: Bei großem Altersunterschied sind Probleme programmiert

    Hamburg (rpo). "Die ist doch viel zu alt für ihn" oder "Was will die denn mit dem alten Sack" - diese und ähliche Kommentare kommen Menschen gerne über die Lippen, wenn sie Paare mit großen Altersunterschied beschreiben. Doch auch ohne den Klatsch ihrer Umwelt haben Paare ungleichen Alters oft mit großen Problemen zu kämpfen.

    Über Paare mit großem Altersunterschied wird gerne viel geredet. Mal sorgen Prominente für Gesprächsstoff, dann wieder Fälle aus dem Bekanntenkreis. Jeder kennt kurzzeitige Affären, die scheiterten, ebenso wie langjährige, glückliche Partnerschaften. "In der Regel bereitet ein großer Altersunterschied weniger Probleme, je älter beide Partner sind", sagt Johannes Hoppe, Paartherapeut aus Stadthagen bei Hannover. So mache beispielsweise in einer Beziehung zwischen einem 70-jährigen Mann und einer zehn Jahre älteren Frau die Altersdifferenz selten etwas aus.

    "Probleme durch ungleiches Alter zeigen sich in einer Partnerschaft häufig erst nach fünf bis zehn Jahren", berichtet Hoppe. Viele Paare beschäftigten sich erstmal ernsthaft mit ihrem Altersabstand, wenn die erste Liebe verflogen ist. Von einem großen Unterschied spricht Hoppe ab einer Differenz von zehn Jahren. Der Psychologe versucht bei diesen Paaren herauszufinden, was den jüngeren oder älteren Partner beim Kennenlernen so attraktiv gemacht hat. Häufig suche der Jüngere beim Älteren Sicherheit und Geborgenheit, während der reifere Partner sich von Jugendlichkeit und Schönheit angezogen fühle.

    "Ich habe es genossen, mit einer jungen, attraktiven Frau zusammenzusein", sagt Karl Niemann, Initiator von Allpha 60, einem Netzwerk für ältere Menschen. Er war acht Jahre mit einer fast 27 Jahre jüngeren Frau zusammen und ließ sich gerne von ihrer Spontaneität und Dynamik anstecken. Sie wiederum habe an ihm seine Gelassenheit und Erfahrung gemocht. "Der Altersabstand hat die Beziehung befruchtet und lebendig gemacht", berichtet Niemann. Ihre Ehe sei letztlich nicht am ungleichen Alter gescheitert, sondern an "normalen" Paarproblemen.

    Kinder sind oft schwieriges Thema

    "Die Punkte, die die Partner anfänglich aneinander attraktiv finden, können schnell vergehen", warnt der Paartherapeut. Die Fürsorglichkeit des Älteren könnte beispielsweise nachlassen, wenn dessen Kräfte schwinden. Durch das ungleiche Alter stünden häufig auch andere Lebensthemen an. Während der eine in Rente ginge, starte der andere vielleicht gerade mit seiner Karriere durch. "Wichtig ist deshalb, dass beide Partner gleichaltrige Freundeskreise pflegen, mit denen sie sich besprechen können", rät Hoppe.

    Kinder sind häufig ein schwieriges Thema bei Paaren mit großem Altersunterschied. Dies kann biologische Gründe haben, wenn etwa die Frau keine Kinder mehr bekommen kann oder der Mann sich einer Familiengründung nicht mehr gewachsen fühlt. Manchmal hat der ältere Partner auch schon Kinder aus einer früheren Beziehung und muss sehen, wie er die "alte" Familie mit der neuen Partnerschaft verbindet. "Problematisch wird es, wenn der jüngere Partner aus Liebe seinen eigenen Kinderwunsch unterdrückt", berichtet der Psychologe. Deshalb sollte man sich gerade in Bezug auf Kinder seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse frühzeitig bewusst machen.

    Paare mit großem Altersunterschied trifft das Nachlassen der Unternehmungslust und der körperlichen Kräfte in verschiedenen Lebensabschnitten. Manchmal wird auch der ältere Partner krank oder pflegebedürftig. "In meine Praxis kommen viele Frauen, die ihren älteren Mann pflegen und darüber selbst psychosomatisch erkranken", berichtet Hoppe. Die Frauen fühlten sich moralisch verpflichtet, sich um ihren Partner zu kümmern - würden damit jedoch von einer großen Lebensenttäuschung überrascht. Allerdings entstehe in jeder Partnerschaft die Aufgabe, dem Liebsten in schlechten Tagen beizustehen. "Gerade der jüngere Partner in einer Beziehung mit starkem Altersunterschied sollte sich intensiv mit dieser Problematik auseinander setzen", rät der Paartherapeut.

    Quelle: RP online, 18.05.2006, Originalversion