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    Vom Altersunterschied lässt sich gut gegenseitig profitieren

    frisa wird von ihrer elf Jahre jüngeren Freundin inspiriert.

    "Blütezeit trifft Lebensabend" - So würde man diesen Text betiteln, wenn man sich an die gängigen Umschreibungen von Lebensabschnitte orientieren wollte. Doch das will Frau ohnehin nicht. Darum sei es als provokanter Einstieg gewählt.

    Ich mag meine Freundin von ganzem Herzen. Ich liebe die Augenblicke mit ihr, sie inspiriert mich so fabelhaft. Unsere Lebenswege auf Erden unterscheiden sich in elf Jahren. Ein Zeitrahmen also, indem ich mehr Erfahrungen sammeln durfte. Ich geize auch gar nicht, diese in jenen Jahren gesammelten Weisheiten an meine jüngere Frau weiterzugeben.

    Wir machen viele Sachen zusammen, auf die ich ohne sie nie gekommen wäre, wir gehen niemals den Berg hinauf im standardisierten Wege. Wir, nun - meistens sie findet immer eigene, womöglich nicht ausgetretene Wege. Und ich denke still bei mir "War ich vor einem Jahrzehnt auch noch so kreativ?" und ich entdecke, weder war ich so, noch wird sie es nicht mehr sein.

    Es ist keine Frage des Alters, es ist eine Frage der Lebensinhalte, der Einstellung zum Leben. Eine fröhliche und ausgeglichene Natur wird dem Leben immer derart geeicht sein. Egal ob sie weniger oder mehr Erfahrungen sammelt(e). Sie wird sich aus ihrem Naturell heraus diesen positiven Zugang zum Leben wählen.

    Die numerische Einheit unseres Erdendaseins macht sich in unserer Beziehung selten bemerkbar, vielleicht dann, wenn ich etwa die "Oldies" aus meiner Jugend (den 80ern) hervor krame oder wenn Sätze mit "das war so ca. vor 20 Jahren" meinerseits verbunden sind. Durch meine Gedanken huscht dann das Bewusstsein, dass sie immerhin noch für eine kurze Zeit einen 2er vorne weg trägt.

    Doch kann ich mich nicht erinnern in unserem nun bereits drei Jahre bestehenden Zusammensein, dass sich bedeutsame Inhalte auf diesen Altersunterschied stützten.

    Unser Bedürfnis die Ebenen des Weiblichen zu entdecken, zu erforschen ist unabhängig vom bezifferten Lebenslauf bei beiden intensiv vorhanden. Wie gut, dass es so ist, dass Frau niemals alles wissen kann, und sich hier ein unendlicher Kelch an Potential des Schöpfens stellt. Es kein "fertig sein" gibt.

    Klar fühle ich mich heute wesentlich kontemplativer als vor zehn Jahren, ich mag das auch. Sie mag es auch. Manchmal genießt sie es, das Bewusstsein – "heim zu kommen". Wenn sie wieder mal sich den herben Wind des Lebens um die Nase streifen ließ, und sich bis an die Spitze des "er_lebens" begab, und dann sehr müde ist von ihrer Sehnsucht nach großen, bewegenden Inhalten. Dann tut es ihr sehr gut, wenn sie diese felsenstarke Schulter hat um sich anzulehnen, fallen zu lassen und wieder zu Kräften zu kommen. Diese "alte" Schulter hat nämlich schon mehr gelebt und erlebt. Sie ist sich ihrer Wurzeln bewusst und kann kaum entrissen werden, in ihren Wertvorstellungen.

    Spielt das Alter also doch eine Rolle?

    Ist es nicht mehr ein Wesenszug, der einfach die Chance hat, endlich auch bewusst dargeboten zu werden. Weil Frau nun den Mut echter zu sein? So gelingt jedoch der Umkehrschluss nicht, denn meine Freundin kennt ihre markanten Rundungen und Ecken auch recht gut. Und das in diesen jungen Jahren bereits ...

    Im übrigen sind unsere Rollen ständig im Fluss, unsere Beziehung bewahrt keine feste Umrissgestalt, und so ist es auch gegeben, dass mein wundes Dasein Geborgenheit in ihren kraftvollen Armen findet und ihr Herz pulsiert an meinem Ohr. Völlig einerlei wer jünger oder älter ist. Völlig egal, ob eine älter oder jünger ist.

    Die Anzahl der Erdenjahre unterscheidet uns, und gerne kokettieren wir auch mit diesem Unterschied. Doch wesentlich ist diese Art von Unterschied nicht. In unseren individuellen Wesenzügen und verschiedenen Sternzeichen liegen interessantere Reibungsflächen.

    Ein Jahrzehnt Altersunterschied mag mir als etwas Feines erscheinen, davon lässt sich gut gegenseitig profitieren, ohne dass es bereits markant im Vordergrund steht.

    Außerdem führt es so ganz nebenbei auch noch zu einem anderen Effekt. Zusammen sind wir im Mittelwert immer ein wenig jünger oder ein wenig älter, niemals aber stehen wir still auf einer Ziffer fest.

    Das tut beiden gut, und wir nehmen wieder einen individuellen Weg auf den Berg des Lebens.

    frisa, 39 Jahre

    Quelle: dieStandard.at, 10.09.2007, frisa, Originalversion