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    B. (19) + R. (56) e-Mail schreiben Homepage

    Wie war denn das bei uns...

    Angefangen hat alles vor 2 Jahren, in der Straße meiner besten Freundin. Da sie ziemlich abgelegen wohnt, fahren ab und zu Busse durch ihre Gegend, deren Busfahrer sowohl in ihrer ganzen Siedlung, als auch im halben Bezirk sehr gut bekannt sind. Sie kennen alle beim Namen, plaudern mit den Einwohnern, bringen jeden vor seine Haustüre und unterhalten selbst die Schlechtgelauntesten!

    So lernte ich einen von ihnen kennen, eine emotionale Kriegsgeschichte folgte in mir, wurde von ihm aber ein halbes Jahr lang ziemlich heruntergespielt, bis ich irgendwann selbst zu der Erkenntnis kam, er wäre nicht gut für mich. Ich war ziemlich verletzt und mit hing das Ganze ziemlich nach...

    Eines Abends, ich hatte mir die Fahrpläne dieses bestimmten Jemands eingeprägt und mied seine Zeiten, fuhr ich von meiner Freundin mit dem letzten Bus heim. Ich stieg vorne beim Fahrer ein und genau in diesem Moment muss etwas passiert sein. Aber dazu noch später...

    R. quatschte mich ganz frech an und wir waren binnen kürzester Zeit in einem recht netten Gespräch. Woher ich sei, er habe mich hier noch nie gesehen etc etc. In der Endstation angekommen, fragte er mich ganz höflich, ob er mich noch mitnehmen könne mit seinem PKW. Dadurch, dass ich vom Hören-Sagen wusste, dass er ein ganz Lieber sein soll, willigte ich ein und er brachte mich noch zu meiner S-Bahn.

    Von da an fuhr ich hin und wieder zu seinen Zeiten, da ich merkte, dass er mir auf eine seltsame Art und Weise gut tat. Ich lachte nach längerem endlich wieder mit jemandem, erfuhr einiges über seinen Kollegen (was mich endgültig desillusionierte) und wurde tatsächlich von einem Mann beachtet und gemocht, ohne, dass er irgendwie zweideutig wurde. Wir gingen mit der Zeit auch ein paar Mal nach Dienstschluss etwas trinken und führten immer längere Gespräche.

    Das Paradoxe daran sind nur zwei Dinge: 1) meine Freundin meinte ganz eisern, dass R. überhaupt nicht der Typ sei, der einfach so irgendwen anspreche und schon gar nicht so "intensiv" und ernsthaft dran bliebe. 2) Er sagte mir auch oft noch im Nachhinein, dass er nicht wüsste, was es war, aber als ich damals einstieg, "haute es ihn um"! Er *musste* mich einfach ansprechen, es war etwas ganz Seltsames... vor allem, da ich garantiert nicht das erste Mal mit ihm mitfuhr, immerhin kennen meine Freundin und ich uns seit guten 19Jahren!

    Ja, 19 Jahre... war ich damals noch nicht einmal, er war zu dem Zeitpunkt 54 und daher schlossen wir sowieso alles mögliche Weitere für uns aus.

    Irgendwann lernte ich einen Studenten kennen, mit dem es langsam etwas werden sollte. ich erzählte R. davon und wir fingen das erste Mal an, uns richtig über zwischenmenschliche Dinge zu unterhalten. Ich bekam Einblick in seine Vergangenheit mit Frauen, seine Einstellung zu Beziehungen und so einiges mehr. Er brachte mich eigentlich erst zu der Erkenntnis, dass die Bekanntschaft zu diesem Studenten nicht das Wahre sein konnte. Wir sprachen über unsere Vorstellungen von Partnern und schlaflosen Nächten, Flattern im Bauch und echte Zuneigung. So kam ich drauf, dass auch dieses eben Begonnene nicht das Richtige sein konnte und beendete es gleich wieder.

    Noch am selben Abend brachte er mich nach Hause und wir redeten an der Ecke in seinem Auto noch eine ganze Weile. Irgendwann lag ich ihm im Arm, irgendwann küsste er mich dann. Ich war zwar noch nie so verwirrt, aber auch noch nie so innerlich positiv eingenommen.

    Als ich ein paar Tage später das erste Mal bei ihm war, gestand er mir, sich gar ein bisschen in mich verliebt zu haben. Ich konnte zu dieser Zeit zwar noch keinen meiner Gedanken ordnen, aber ich mochte ihn sehr. Es war zwar auch ein großer Teil Neugier und Verlangen nach körperlicher Zuneigung mit im Spiel, aber am Ende war ich genauso rosarot verliebt, obwohl wir noch eben darüber geredet haben, dass wir niiie mehr als ein Abendteuer werden könnten. Aber was lässt sich auch schon steuern...? :-)

    Mittlerweile sind wir 1 1/2 Jahre zusammen, 19 und 55 und führen die subjektiv normalste Beziehung der Welt. Meine Freunde sehen keinen Unterschied mehr zu anderen Paaren und stehen hinter uns, wie sonst niemand. Sie haben ihn alle absolut akzeptiert, waren letztes Jahr sogar mit uns im Urlaub.

    Was meine Jugend und Studienzeit an Action fordert, nehme ich mir und er versteht es, genauso muss dieser Kompromiss allerdings auch umgekehrt bestehen. Es gibt einfach verschiedene Interessen und Aktivitäten in unseren Leben, wobei ich es mit ihm sicher noch recht gut getroffen habe- immerhin war er schon auf mehreren Feiern dabei und nicht mal besonders verschreckt!

    Meine Eltern wollten das Ganze lange nicht glauben, kennen ihr aber mittlerweile auch und mögen ihn zumindest menschlich gesehen recht gern. Dass sie mit unserer Konstelation nicht vollends glücklich sind, weiß ich- aber darauf kann ich wohl keine Rücksicht nehmen.

    Seine Tochter, die um einiges älter und verheiratet ist (R. ist bereits seit vielen Jahren geschieden), habe ich ebenfalls bereits kennengelernt, auch, wenn sie mich eher duldet als heiß liebt. Aber es hätte ja auch schlimmer kommen können.

    Zukunftspläne schmieden wir keine, was mehrere Gründe hat: Wir sind das Ganze sehr nüchtern und realistisch angegangen und haben unserer Beziehung nie die Unendlichkeit zugeschrieben. Ich studiere gerade Medizin im 2. Semester und kann mir in den nächsten Jahren keine Kinder erlauben; bis es soweit wäre, ist er jedoch über 60 und somit ist es für uns beide unvorstellbar, eine echte kleine Familie zu gründen. Weiter möchte ich diese Gedanken jedoch noch nicht führen, da ich mir nicht jetzt schon unser mögliches Ende ausmalen möchte... wer weiß, was noch kommt.

    Zur Zeit sind wir jedenfalls glücklich, wenn auch leidenschaftliche Streiter mit Höhen und Tiefen, wie sie jede Beziehung kennt.

    Und eines weiß ich jetzt schon sicher: Wie auch immer wir uns weiterentwickeln werden, das, was ich aus dieser Beziehung mitnehmen werde, füllt zig konventionelle Leben mit Erfahrung und Bereicherung! Und alleine deswegen ist nichts, was wir tun, umsonst!

    B. aus Wien, 2005-04-26

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