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    Dienstag,
    1. Januar 2008

    Schlussstrich

    Im Grunde ist es für mich Zeit, jetzt hier im Tagebuch einen Schlussstrich zu ziehen – es ist so viel passiert seit wir diese Seite eröffnet haben, und für uns persönlich ist der "große Altersunterschied" zwischen Heinz und mir (derzeit) das kleinste Thema... von der Gesundheit mal abgesehen, aber das ist ja völlig altersunabhängig und kann jeden treffen...

    Unser Leben läuft, wie das Leben von –zigtausend anderen "jungen" Familien auch, Thema sind eigentlich hauptsächlich die Kinder, mit denen wir zusammen leben, und zunehmend auch die "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" – wie bei anderen jungen Müttern mit kleinen Kindern auch, ganz genau so wie bei mir.

    Heinz und ich sind jetzt schon fast fünf Jahre zusammen, seit gut neun Monaten sind wir verheiratet (fühlen uns aber, als wären wir schon ewig verheiratet – und immer noch glücklich!!!), wir haben zwei gemeinsame Kinder. Lukas ist jetzt schon drei Jahre alt (und geht seit heute in den Kindergarten!), Johannes ist auch schon ein Jahr alt und tappert auf unsicheren kleinen Beinen durch die Wohnung... sie sind beide einfach wunderbar und wir sind unendlich glücklich, dass es sie gibt. Mehr ist dazu hier nicht zu sagen – die üblichen Probleme (z.B. wenn der Große sich mit dem Toilettenbesuch noch schwer tut oder der Kleine derzeit wieder Mittelohrentzündung hatte, seufz) gehören ja auch nicht hier auf diese Seite und in dieses Forum – ist ja nicht anders als bei allen anderen Eltern auch!

    Was die beiden "großen" Kinder von Heinz betrifft – seine Tochter lebt ja nun schon seit bald vier Jahren bei uns, sie wird dieses Jahr auch schon 18, nächstes Jahr steht dann ihr Abitur an und sie überlegt schon emsig, was sie danach machen will, ein Jahr als Au-Pair in die USA oder nach Neuseeland, und danach entweder Anglistik oder doch Publizistik studieren, so genau weiß sie es noch nicht. Manchmal fühle ich mich schon richtig alt, wenn sie so unbeschwert ihre Zukunft plant oder über ihren Freund jammert oder so – dann erwische ich mich regelmäßig dabei, wie schrecklich jung sie mir doch vorkommt, dabei ist sie nur rund 10 Jahre jünger als ich. Wie oft Heinz mir gegenüber auch so gefühlt haben mag..? Seufz.... da sollte ich besser nicht darüber nachdenken!

    Und der Junge – er ist mittlerweile schon bald 20. Sein Abi hat er nicht gepackt, kein Wunder, wenn er mehr sonst wo war als in der Schule, und bei seinen ganzen elenden Drogen- und Alkoholerfahrungen, aber zumindest hätte er nach einem Praktikum mit seinem Zeugnis von der 12. Klasse dann das Fach-Abi, so dass er wenigstens nicht ohne Abschluss dastehen würde und noch studieren könnte. Er hat seitdem – soweit wir wissen – in einem Call-Center gejobbt, mittlerweile ist er dort wohl sogar so eine Art Team-Leiter geworden (was auch immer das sein mag, grummel) und verdient – so, wie er es seiner Schwester erzählt – wohl gar nicht so schlecht, hat aber keine Lust, irgendeine gescheite Ausbildung oder so anzufangen – dafür verdient er derzeit wohl zu viel.... auch nicht so optimal, aber eh seine Sache... Er wohnt übrigens nicht mehr bei seiner Mutter, sondern ist vom Rhein-Main-Gebiet nach München umgezogen und wohnt dort in Zimmer in einem Studentenwohnheim. Der Wechsel scheint ihm, alles in allem, doch ganz gut getan zu haben, seine Schwester hat ihn jedenfalls jetzt zu Silvester mit ihrem Freund besucht und beide machten eigentlich einen ganz angetanen Eindruck. Und ich muss ja nicht mit quietschbunten Zimmerwänden und blauen Sperrmüll-Möbeln leben... da habe ich es wieder, ich werde alt, seufz! Aber im Großen und Ganzen – es läuft jedenfalls, auch mit dem Jungen, auch wenn nicht ganz so, wie sein Vater es sich mal gewünscht hätte...

    Und was meine berufliche Situation anbelangt – ich habe jetzt zum 01.01.2008 eine Stelle bekommen! Die Stelle ist zwar zunächst auf ein Jahr befristet, aber mit Verlängerungsoption, falls die mich und ich die in einem Jahr noch haben wollen, und auf jeden Fall kann ich endlich mal Praxiserfahrung sammeln. Arbeitgeber ist ein "feministischer Verein", und ich werde dort Mädchen betreuen, die unter sexueller Gewalt gelitten haben. Die Mädchen leben jetzt in einer Wohngruppe zusammen. Ich arbeite dann 60 %, es gehören aber auch Wochenenddienste, Nachtdienste etc. dazu – was einerseits gut ist, dann kann Heinz oder auch "unsere Große" die beiden Kleinen übernehmen, andererseits wird es sicherlich stressig genug werden, auch gerade mit den unregelmäßigen Arbeitszeiten. Und ich hätte ja lieber im Bereich Behindertenbetreuung gearbeitet, und mit "feministischen Vereinen" an und für sich habe ich es auch nicht so wirklich – aber andererseits bin ich nun wirklich nicht in der Lage, so schrecklich wählerisch zu sein, und es muss ja auch nicht für den Rest meines Lebens sein, Hauptsache, ich habe endlich einmal eine "richtige Arbeit" und kann Praxiserfahrung sammeln und werde dafür sogar noch einigermaßen gescheit bezahlt – und vielleicht sind die Feministinnen ja dann doch gar nicht so schlimm, wie ich mir jetzt in meinen Träumen ausmale... jawohl ja! Am Freitag fange ich dann dort an...

    Das einzige, was uns Sorgen macht, ist derzeit (ganz massiv) Heinz’ Gesundheit. Er hatte die letzte Zeit zunehmend gesundheitliche Probleme, hatte immer wieder Atemnot und so ein "Druckgefühl" im Brustkorb, und irgendwie denkt man ja doch immer das Schlimmste, gerade bei jemandem, der eben schon seinen 50. Geburtstag hinter sich hat, Herzinfarkt und was weiß ich... Ende des Jahres ging es Heinz dann wirklich so schlecht, dass er doch endlich mal – ich war ja lange genug an ihm dran und habe gedrängelt! – zum Arzt gegangen ist. Hat dann auch wieder gedauert, bis er eine gescheite Diagnose bekommen hat, jede Menge Untersuchungen und ärztliche Meinungen und Gegenmeinungen und alles, das allein war schon einen nervlicher Marathon. Jetzt steht zumindest die Diagnose – Heinz hat ein Thymom, also einen Tumor an der Thymusdrüse. Die Thymusdrüse ist deshalb viel zu groß, drückt aufs Herz, auf die Lunge,... Am 07.01. kommt Heinz jetzt ins Krankenhaus, das Krankenhaus ist zwar 40 km von uns weg, aber dort soll wohl "die maßgebliche Kapazität" zum Thema Thoraxchirurgie hier im Rhein-Main-Gebiet tätig sein (also auch wieder jede Menge Fahrerei und alles, seufz). Es stehen dann noch mal diverse Untersuchungen an, und dann soll er operiert werden – so richtig mit allem Drum und Dran, mit Brustbein-Durchsägen und –aufklappen, dann wird ihm der Tumor entfernt, ein paar Tage auf der Intensiv-Station sollen wir auf jeden Fall einplanen, sagte uns der Arzt, Krankenhausaufenthalt mindestens zwei bis drei Wochen, eher länger,... ich habe einfach eine Scheiß-Angst um Heinz.

    Andererseits – Krebs ist ja nun nichts, was "ältere" Leute für sich gepachtet hätten, Krebs kann jeden treffen, egal wie alt. Wenn Heinz jünger wäre, wäre auch nichts anders. Aber wenn ich einen Wunsch offen hätte – ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass Heinz auf jeden Fall so lange bei uns bleiben darf, dass unsere beiden kleinen Jungs, die doch beide so sehr an ihrem Papa hängen, sich an ihn erinnern können, wenigstens das!!!

    So, das war’s jetzt von mir hier an dieser Stelle.